Der erste Schritt zur Gründung

Als mir klar wurde, dass ich auf lange Sicht auf jeden Fall Vollzeit schreiben möchte, habe ich angefangen, mich über mögliche Förderungen zu informieren, denn aller Anfang ist bekanntlich schwer. Besonders finanziell … Für Menschen, die sich selbstständig machen wollen, gibt es den sogenannten Gründungszuschuss. Der ist allerdings nur eine Kann-Leistung. Die ersten zwei Mini-Schritte habe ich nun hinter mir.

Das erste Gespräch mit dem Arbeitsamt

Kurz nach der Buchmesse trat ich meinen ersten Termin als Arbeitslose bei der Arbeitsagentur an. Ich hatte ehrlich gesagt ziemlichen Bammel vor dem Gespräch – man weiß ja nie, auf wen man trifft. Ich wollte von vornherein mit offenen Karten spielen und mein Vorhaben bezüglich Selbstständigkeit zur Sprache bringen. Das habe ich auch getan. Natürlich hat mich meine Bearbeiterin gefragt, womit ich mich selbstständig machen wollen würde. Nach dem obligatorischen „Ich schreibe Romane“ habe ich mich beeilt, zu erzählen, dass ich schon bei einem Verlag veröffentlicht habe und auch im Bereich Selfpublishing meine Fühler ausstrecke, und dass ich die Sache seit längerer Zeit nebenberuflich betreibe. Meine Bearbeiterin reagierte positiv darauf, fragte mich sogar nach dem Genre und woher meine Ideen so kämen. Das hat mich sehr erfreut und erleichtert. Sie sagte mir auch, dass in dem Berufsfeld, aus dem ich komme (kaufmännischer Bereich), der Stellenmarkt nicht so ergiebig sei. Das deckt sich mit meinem persönlichen Eindruck und ist ein Signal dafür, dass meine Chancen für den Gründungszuschuss gar nicht so schlecht stehen. Natürlich ist das Amt in erster Linie dem Arbeitsmarkt verpflichtet und will Bewerber lieber in bestehende Firmen vermitteln, als Neugründungen zu fördern – logisch. Wäre ich also gelernte Altenpflegerin, sähe es eher schlecht aus mit der Förderung.

Sie legte mir nahe, ein Existenzgründerseminar zu besuchen und nannte mir auch eine Stelle, an die ich mich wenden kann. Das tat ich natürlich sofort, als ich wieder daheim war. Am Montag werde ich dort anrufen und einen Termin für eine Erstberatung vereinbaren.

Arbeitslosengeld?

Eine wichtige Voraussetzung, um den Gründungszuschuss zu erhalten, ist außerdem, dass man ALG I bezieht und dabei noch einen Restanspruch von mindestens 150 Tagen besitzt. Deswegen war es sehr wichtig für mich, dass ich keine Sperre bekomme, denn dann hätte ich erst nach Ablauf der Sperrfrist die Gründung angehen können. Das Risiko bestand ja, schließlich habe ich meinen unbefristeten Arbeitsvertrag selber gekündigt. (Natürlich hatte ich aus meiner Sicht gute Gründe dafür, aber das Amt hätte trotz allem sagen können „reicht uns nicht“)

Den Antrag auf Arbeitslosengeld habe ich online eingereicht; es hat etwa zwei Wochen gedauert, bis ich die Arbeitsbescheinigung von meinem alten Arbeitgeber hatte. Dazu musste ich dann noch das Formular für meine Nebentätigkeit ausfüllen, was wichtig für die Berechnung der Höhe des ALGs ist. Heute bekam ich meine Bewilligung und bin sperrfrei. Das bedeutet, ich kann mein Vorhaben direkt weiterverfolgen und muss nicht drei Monate hungern! Yeah! Nun heißen die nächsten Schritte also „Existenzgründerseminar“ und „Businessplan“. Auf geht’s!

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